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17. Oktober 2018, 19:16
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Kulturelles

Die Waale – ein uraltes Bewässerungssystem

Waalwege,  beliebte Wanderwege im Vinschgau

Ein Waal ist ein Bewässerungskanal oder  –graben  der von Menschen angelegt wurde. Er leitet das kostbare Nass von den Gebirgsbächen zu den sehr weit entfernt gelegenen, landschaftlichen Flächen. Wegen der geografischen Lage sind die Niederschlagsmengen, besonders im Südtiroler Vinschgau so gering, dass die Landwirtschaft auf die künstliche Bewässerung angewiesen war.  Deshalb entstand  bereits im frühen Mittelalter eines der ausgedehntesten Bewässerungssysteme in den Alpen. 1939 wurden die  wichtigsten Waale im Vinschgau gezählt. Es gab 225 mit einer Länge von insgesamt 600 Kilometer. Die Hauptfunktion der Waale war das Bewässern der Wiesen und Felder. Sie wurden aber auch zum Betreiben von Sägen und Mühlen verwendet, ebenso lieferten Sie das Wasser für die Tränken der Tiere. Die einfachste Form eines Waales ist einen Kanal in das Gelände zu graben. Die Bewässerungsgräben wurden aus den Felsen gehauen und in steilerem Gelände sind  die Böden und Wände befestigt worden. Kleine Hindernisse wie quer verlaufende kleine Gräben wurden meist mit Hilfe von Holzrinnen überwunden.  Auf muren-  steinschlag-  oder lawinengefährdeten Strecken sind die Waale mit Steinplatten und Erdreich abgedeckt worden und es entstand ein unterirdischer Waalabschnitt. Mit Hilfe von verriegelbaren und mit Schraubvorrichtungen ausgestatteten Schwellbrettern  wurde das Umleiten des Wassers bei Waalverzweigungen genau geregelt. Die ältesten Dokumente dieser Bewässerungstechnik stammen aus dem 12. Jahrhundert. Zur Kontrolle und Wartung der Waale wurde ein kleiner, schmaler Weg angelegt, der sogenannte Waalweg. Die Erhaltung und Wartung der Waale war sehr arbeitsintensiv. Deshalb ist es allzu verständlich das ab der Zwischenkriegszeit  ein großer Teil der Waale durch Rohrleitungssysteme ersetzt wurden. Viele Waale wurden aufgelassen und in den letzten 20 Jahren durch Beregnungsanlagen ersetzt.  Aber einige erfüllen immer noch die Aufgabe als „Wasserader“  und verströmen ihre zeitlose Faszination. Sie sind weithin sichtbar und erscheinen uns im Landschaftsbild als dünne, grüne, fast horizontal verlaufende Linie. Im Frühjahr und Herbst sind die Waalwanderungen am Schönsten. Genau das Richtige für eine leichte Wanderung, die auch Kinder bewältigen können. Die Temperaturen sind angenehm und die Fernsicht ist gut. Einfach die herrliche Natur und das leise Plätschern des Wassers genießen, für Naturliebhaber ein einzigartiges Erlebnis. Einige Waalwege sind auch im Winter begehbar, führen allerdings kein Wasser. Dafür kann man auf den verschneiten Vinschgau blicken.    
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